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Volkswirtschaftslehre
Wie
erklärt sich das kollektive Versagen der
Ökonomen?
In
allen großen westlichen Ländern haben mit dem
Zollabbau vor 30 Jahren (dem Beginn der
Globalisierung)
sich
die Reallöhne trotz steter Produktivitätsteigerung
verringert
die
Bad-Jobs und die Massenarbeitslosigkeit beständig
zugenommen
Staatsverschuldungen
immer neue Rekordmarken erklommen
sich
immer wieder neue Spekulationsblasen gebildet
Diese
trübe Bilanz muss die Frage rechtfertigen, wie
schlau sind eigentlich die Verantwortlichen und ihre
volkswirtschaftlichen Berater.
Das
bringt uns schon zum nächsten Punkt. Wer sind
eigentlich diese Berater? Und schon dringen wir zum Kern der
Misere vor: Fast alle wichtigen Wirtschaftsberater der
Politik haben ein Ökonomiestudium absolviert, das sie
wesentlich geprägt hat.
Also
was wird an den westlichen Unis im Bereich Ökonomie
gelehrt? Wie kann es sein, dass die Eliten dieser
Studienzweige trotz ihre vieljährigen teuren Ausbildung
und trotz sicherlich genügend vorhandener Intelligenz
in der Praxis kollektiv versagen?
Muss
man angesichts dieser jahrzehntelangen Fehlentwicklung nicht
allmählich zu dem Schluss kommen, dass die
volkswirtschaftlichen Lehren überholungsbedürftig
sind, weil bereits die wichtigsten Grundsatzfragen falsch
beantwortet werden?
Volkswirtschaftslehre
- das Versagen der
Ökonomen:
Die
allerwichtigste Grundsatzfrage ist nach meinem Empfinden die
Einstellung zur Globalisierung, die sich letztlich aus den
Abbau der Zölle ergibt.
Mit
welcher Unverfrorenheit wird heute immer noch der totale
Freihandel als allgemein wohlstandsfördernd gepriesen?
Ich halte dieses Dogma für eine abenteuerliche
Irrlehre, die bereits den jungen Studenten
gehirnwäscheartig eingetrichtert wird. Wie ließe
sich sonst erklären, dass die späteren
Volkswirtschaftler mit solcher Inbrunst trotz aller
Niederlagen die Globalisierungsfahne hochhalten?
Hier
muss doch schon in der frühen Ausbildung etwas schief
gelaufen sein! Und wenn ich mir Fachbücher zur
Volkswirtschaftslehre anschaue, wird meine Befürchtung
voll und ganz bestätigt. Über viele der dort
vertretenen Thesen kann ich nur den Kopf schütteln. Mir
scheint, dass die Gesetze der Logik immer wieder
missachtet werden zugunsten längst überholter
Theorien berühmter Ökonomen.
Volkswirtschaftslehre
- das Versagen der Ökonomen:
Schon
in der Schule fängt es an...
Schon
im WiPo-Unterricht der Gymnasien setzt häufig die
einseitige Ausrichtung der Schüler ein. Generell werden
die jungen Leute darauf gedrillt, den zollfreien Handel samt
EU und Globalisierung als wohlstandsfördernd zu
begreifen. Es werden vermeintliche Vorteile dieser Strategie
maßlos überbewertet und die Globalisierung als
eine allgemeine unumkehrbare Zeiterscheinung
dargestellt. Schon in diesen unkritischen Lehrplänen
schlummern die Keimzellen für die spätere
Voreingenommenheit und der daraus resultierenden
Hilflosigkeit.
Volkswirtschaftslehre
- das Versagen der Ökonomen:
Das
Großkapital unterstützt die Irrlehren
Der
zollfreie Welthandel erweist sich für das
Großkapital, die Investoren und Spekulanten als wahrer
Segen. Denn diese anarchieartige Freizügigkeit
ermöglicht einen globalen Lohn- und
Steuerdumping-Wettbewerb, wie er grausamer und
menschenverachtender kaum sein könnte.
Der
zollfreie Welthandel ist gleichbedeutend mit
einem
kapitalistischen
Ermächtigungsgesetz
-
die Regierungen geben ihre Macht weitgehend an das Kapital
ab und werden zu Bittstellern. Um das Kapital anzulocken,
müssen sie sich gegenseitig auch noch überbieten
mit großzügigen Subventionen, die letztlich das
marktwirtschafliche
Prinzip aushebeln
und
eine arbeitsplatzvernichtende unwirtschaftliche
Automatisierungshysterie begünstigen.
Es
ist wenig verwunderlich, wenn die Spitzen des
Großkapitals den Politikern die Notwendigkeit der
Zollfreiheit (der Globalisierung) einreden, wenn
großzügige Spenden an die Parteien fließen
und industrienahe "Wirtschaftsinstitute" einseitige Erfolge
der Globalisierung publizieren.
Aber wie naiv sind die Politiker - müssen sie auf diese
durchschaubare Propaganda hereinfallen, müssen sie sich
kaufen bzw. vereinnahmen lassen?
Volkswirtschaftslehre
- das Versagen der Ökonomen:
Auch
die freie Presse gehört dem Großkapital
Zu
allem Unglück verläuft auch noch die
Berichterstattung und Aufklärung über die privaten
Medien recht unausgewogen. Auch das hat System und ist damit
fast unumkehrbar.
Problem
Nr. 1: Die privaten Medien gehören in der Regel
mächtigen Zeitungsmogulen, Großunternehmen bzw.
dem Großkapital. Darf man erwarten, dass Journalisten
grundsätzlich gegen die Interessen der eigenen Besitzer
(gegen das Kapital) argumentieren?
Welcher
Journalist möchte schon seinen Job verlieren? Da stellt
man sich doch lieber dumm und schreibt genau das, was von
einem erwartet wird und was andere Kollegen auch von sich
geben. Nicht ohne Grund heißt es: "Journalisten sind
Herdentiere".
Problem
Nr. 2: Auch die meisten Wirtschaftsredakteure
verfügen über ein abgeschlossenes
Vokswirtschaftsstudium. Und wie dort in zentralen Dingen
Vorurteile geschürt werden, habe ich bereits an anderer
Stelle erwähnt.
Volkswirtschaftslehre
- das Versagen der Ökonomen:
Um
Ausreden selten verlegen...
Falls
die politischen Verantwortlichen und ihre Ratgeber doch
einmal mit unbequemen Fragen konfrontiert werden ("Wie kann
es angehen, dass in den letzten drei Jahrzehnten die
Produktivität sich verdoppelt hat - die realen
Nettolöhne und Renten aber gesunken sind?"), führt
auch dies geschulte Rhetoriker selten in
Verlegenheit.
Die
scheinbar unentwirrbare Globalisierung bietet tausende
Ausreden, die von den eigentlichen Ursachen schnell
ablenken. "Die Spekulanten und Investmentbanker waren
Schuld", "lediglich der Finanzverkehr war zu liberal" (ganz
kess: "wir waren ja immer dagegen"), "die Bevölkerung
hat über ihre Verhältnisse gelebt", "Unternehmer
waren zu gierig", "es gibt zu viele Rentner" usw.. Nie folgt
ein ehrliches
Eingeständnis,
immer
nur freche Ausflüchte und
Ablenkungsmanöver.
Volkswirtschaftslehre
- das Versagen der Ökonomen:
Sind
die westlichen Demokratien lernfähig?
Insofern
habe ich wenig Hoffnung, dass die westlichen Demokratien die
Kraft aufbringen, sich von alten Lehrmeinungen zu befreien
und die Folgen des Zollabbaus (der Globalisierung) objektiv
einschätzen können und wollen.
30
Jahre Niedergang haben nicht ausgereicht, um die
Bevölkerung wachzurütteln und stutzig werden zu
lassen. Immer hat die Politik es verstanden, den
schleichenden Reallohnverlust entweder zu verheimlichen oder
als naturgegeben hinzustellen ("die Löhne waren vorher
einfach zu hoch").
Vielleicht zwingt die jetzige Wirtschaftskrise die Politik
zum Einlenken, zu mehr Offenheit und Ehrlichkeit.
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www.parlamentswahlen.de
Impressum
©
Manfred J. Müller, Flensburg
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"Die
da oben machen das schon ..."
Ein
wenig Gottvertrauen kann sicher nicht schaden. Aber
die unkritische Haltung der
Bevölkerungsmehrheit gegenüber Politik
und Medien ermöglicht erst unseren
schleichenden wirtschaftllichen Niedergang. Mit
populistischen Umverteilungsritualen werden
Wählerstimmen "gekauft", mächtige
Lobbyistenverbände setzen sich durch und eine
weitverbreitete "political-correctness"-Ideologie
verhindert aufrichtige
Auseinandersetzungen.
Dieser
Teufelskreis kann nur durchbrochen werden, indem
Menschen sich bereitfinden, außerhalb der
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Manfred
Julius Müller
analysiert
seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und
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